Definition Anlagendokumentation: Was ist das?

Eine Anlagendokumentation beinhaltet alle wichtigen Unterlagen zum sicheren Betrieb einer technischen Anlage. Erfahren Sie jetzt mehr darüber in unserem Beitrag. 

Das Bild zeigt eine Anlagendokumentation als schematische Zeichnung
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Komplexe Anlagen sicher und reibungslos betreiben – mit anwenderfreundlichen Unterlagen

Sind in einem Betrieb mehrere Maschinen steuerungstechnisch miteinander verbunden und arbeiten wie ein großes Ganzes zusammen, wird diese Gesamtheit per Definition wie eine neue Maschine betrachtet. Die Anlagendokumentation umfasst alle wichtigen Unterlagen, um einen reibungslosen und sicheren Betrieb einer solchen komplexen Anlage zu gewährleisten. Sie ist bestimmten Anforderungen unterworfen, muss anwenderfreundlich gestaltet und rechtskonform zusammengestellt sein. Zu den Bestandteilen einer Anlagendokumentation zählen eine übergeordnete Betriebsanleitung, inklusive aller dazugehörigen Pläne und Zeichnungen sowie Zulieferdokumente, Genehmigungen und Gutachten rund um die Anlage. 

Definition: Was ist eine Anlagendokumentation?

Eine komplexe Maschinenbau-Anlage, wie beispielsweise ein Kraftwerk oder eine Fabrik, setzt sich für gewöhnlich aus mehreren Einzelmaschinen, Bauteilen und Zubehörteilen zusammen. Um diese Anlage effizient und sicher betreiben zu können, ist eine Anlagendokumentation notwendig, in der alle wichtigen Einzeldokumente enthalten sind. Das englische Synonym für eine Anlagendokumentation ist As-Built-Documentation. Diese umfasst laut Definition alle Unterlagen, die für den Betrieb und die Sicherheit der Anlage notwendig sind. 

Im Wesentlichen besteht eine Anlagendokumentation aus zwei übergeordneten Bereichen. Die Projektmanagement-Dokumentation beinhaltet den gesamten Schriftverkehr von der Angebotsphase bis zur Inbetriebnahme einer Anlage. Darunter fallen etwa Termine, Kosten und Ressourcen. Bedeutend größer ist der zweite Teil – die technische Dokumentation. Allein aus der Definition ergeben sich hier für den Anlagenbau verschiedene Unterformen, die Experten alle unter dem Oberbegriff „technische Dokumentation“ subsummieren: 

  • Die Genehmigungsdokumentation enthält alle Anträge, Bescheide und Auflagen.
  • Die Ausführungsdokumentation umfasst bautechnische Unterlagen, Komponentenhandbücher sowie eine Dokumentation der Elektronik und Steuerungstechnik.
  • Prüfnachweise und Gefahrenanalysen gehören zur Qualitätsdokumentation.
  • Größeren Umfang besitzt die Betriebsdokumentation. Sie schließt beispielsweise Konformitäts- und Einbauerklärungen der Komponenten ein, Bedienungsanleitungen sowie die Inbetriebnahme-Dokumentation. Daran anschließend wird ein Betriebshandbuch erstellt, welches Arbeitsanweisungen für das Personal enthält.

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Die Anlagendokumentation: Beschreibung der Vorgehensweise

Technische Anlagendokumentation

Um eine Anlagendokumentation zu erstellen, bedarf es eines zeitlichen Vorlaufs. Schon während der Planung einer Anlage sollte damit begonnen werden. Der Dokumentationszyklus umfasst vier Phasen: das kontinuierliche Erfassen der vorhandenen Daten, die Erstellung einer Rohdokumentation, die Übernahme aller Daten nach der Durchführung von Funktionstests und die endgültige Anlagendokumentation nach der Inbetriebnahme der Anlage. Dabei besteht die Enddokumentation grundsätzlich aus drei Teilen: einer Papierdokumentation plus digitaler Version, CAD-Dateien und Datenbanken sowie technischer Anlagendaten zur Anlagenbeschreibung. Eine Anlagendokumentation wird kontinuierlich gepflegt und aktualisiert. Sie ist also mit der Inbetriebnahme der Anlage nicht „fertig“, sondern wird während des gesamten Lebenszyklus‘ fortlaufend erweitert. Wenn Bauteile ausgetauscht oder neue Maschinen angeschafft werden, bedarf dies alles einer Dokumentation. 

Erklärung: Welche Kriterien muss eine Anlagendokumentation erfüllen?

Bei der Erstellung einer Anlagendokumentation gilt es, einige Richtlinien und Empfehlungen zu beachten. Zunächst muss eine Sprache definiert werden. Wenn Komponenten aus verschiedenen Ländern stammen und Zulieferdokumente in verschiedenen Sprachen verfasst sind, ist es essentiell, sich hier auf eine oder mehrere Zielsprachen zu einigen. Bei der Struktur einer Anlagendokumentation ist Einheitlichkeit ein Muss. Das fängt bei der Benennung von elektronischen Verzeichnissen, Dateien und Dokumenten an, geht über Schriftgrößen und -arten und hört bei den Farben auf. In der Industrie 4.0 steht die Digitalisierung im Fokus. Deshalb sollte das betriebsinterne Dokumentenmanagement auf elektronische Systeme setzen. Um den Workflow möglichst reibungslos zu gestalten, ist es sinnvoll, analoge Dokumente wie Zeichnungen, technische Illustrationen und Textdokumente in eine digitale Form zu bringen. Damit der Anlagenbetreiber die Enddokumentation in sein Dokumentenmanagement-System übernehmen kann, ist eine Klassifizierung der Anlagendokumentation nötig. Dabei regelt per Definition die international einheitliche Norm EN 61355-1 die Klassifizierung und Kennzeichnung von Dokumenten für technische Anlagen. Da Anlagendokumentationen in der Regel sehr umfangreich sind, sollten sie mit Verweisen zu den einzelnen Teildokumentationen und bestimmten Schlagworten versehen werden. Der Hersteller muss sicherstellen, dass die Dokumentation vollständig ist, da er im Schadensfall haftet. Ebenso ist er verpflichtet, eine Kopie der Enddokumentation zehn Jahre lang nach Übergabe der Anlage zu archivieren. 

Sie sehen, dass die Anlagendokumentation allein per Definition ein sehr komplexes Aufgabenfeld ist. In der Praxis braucht es dafür softwarebasierte Komplettlösungen, die noch dazu individuell auf die Anforderungen des jeweiligen Unternehmens zugeschnitten sind. Professionelle Unterstützung beim Erstellen Ihrer Anlagendokumentation bietet Ihnen die Menger Group. Mit unseren Dienstleistungen und Software-Lösungen übernehmen wir das Dokumentenmanagement für Maschinenbaubetriebe und Kraftwerke. Kontaktieren Sie uns!