KKS

Kraftwerk-Kenn­zeichensystem

Das Kraftwerk-Kennzeichensystem (KKS) ist ein System zur Kennzeichnung von Anlagen, Systemen, Teilsystemen, Geräten, Elektro- und Leittechnischen Schränken sowie Gebäuden und Räumen je nach Sichtweise der Betreiber einer Kraftwerksanlage. Die Anwendung dieses Anlagenkennzeichnungssystems ist durch die Richtlinien des VGB PowerTech e.V geregelt und vorgeschrieben.

Das KKS bildet außerdem die Grundlage einer verlässlichen Anlagendokumentation.

Zur Anlagenkennzeichnung werden im KKS 15- bis 17-stellige Buchstaben- und Ziffern-Kombinationen verwendet. Die enthaltenen Buchstaben dienen der Klassifizierung von Systemen und Aggregaten im Kraftwerk. Die verwendeten Ziffern werden zum Zählen verwendet.

Das Anlagenkennzeichnungssystem KKS unterscheidet drei Kennzeichnungsarten:

  • Die verfahrenstechnische Kennzeichnung. Zur Identifizierung von Anlagen und Geräten im Kraftwerksprozess.
  • Die Einbauort-Kennzeichnung. Zur Identifizierung von Einbauorten und Einbauplätzen in elektrotechnischen und leittechnischen Systemen.
  • Die Aufstellungsort-Kennzeichnung. Zur Identifizierung von Bauwerken und Räumen.
Kennzeichnungsarten für das Anlagenkennzeichnungssystem KKS.
Nummer der GliederungsstufenVorzeichenGliederungsstufe 0Gliederungsstufe 1GliederungszeichenGliederungsstufe 2Gliederungsstufe 3
Verfahrenstechn. Kennzeichnung=GesamtanlageFunktionsstufeAggregatstufeAggregatklassifizierung
Einbauort Kennzeichnung+GesamtanlageEinbaueinheitEinbauplatz
Aufstellungsort Kennzeichnung+GesamtanlageGebäudekennzeichnungRaumkennzeichnung

Die Kennzeichnung nach dem Kraftwerk-Kennzeichensystem ist in vier alphanumerischen Gliederungsstufen von 0 bis 3 organisiert.

Je weiter rechts man liest, desto mehr geht die Kennzeichnung ins Detail.

In diesem Beispiel sehen Sie den Aufbau eines Kennzeichens nach dem KKS im Sinne der Verfahrenstechnik. Sie kann außerdem nach den Kennzeichnungsarten Einbauort und Aufstellungsort erfolgen.

Zur Veranschaulichung verwenden wir als Platzhalter ein A für Buchstaben und ein N für Ziffern. Ein Leerzeichen markiert den Raum zwischen den einzelnen Gliederungsstufen.

In diesem Beispiel sehen Sie den Aufbau eines Kennzeichens nach dem KKS im Sinne der Verfahrenstechnik.
Nummer der GliederungsstufenGliederungsstufe 0Gliederungsstufe 1Gliederungsstufe 2Gliederungsstufe 3
Bezeichnung der DatenstelleGF0 F1 F2 F3 F4 FNA1 A2 A3 ANB1 B2 BN
Art der DatenstelleA/N(N) A A A N NA A N N N (A)A A N N

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Die Gliederungsstufen des Kennzeichnungssystems

Gliederungsstufe 0 im KKS: Gesamtanlage

Mit dieser Gliederungsstufe wird die Gesamtanlage innerhalb des Kennzeichnungssystems beschrieben. Sie dient der Zählung und der Kennzeichnung des Kraftwerkblocks. Dazu kann eine Ziffer oder auch ein Buchstabe verwendet werden.

Gliederungsstufe 1 im KKS: Funktions- oder Systemkennzeichnung

Die nachfolgende Gliederungsstufe mit der Nummer 1 kennzeichnet Systeme/Teilsysteme und Funktionen innerhalb eines Kraftwerksblockes.

Dazu werden drei Buchstaben (die System-Klassifizierung), zwei Ziffern (die System-Zählung) und optional eine führende Ziffer (die Vorzahl des Systemkennzeichens) verwendet.

Die Systeme innerhalb von Kraftwerksanlagen werden durch die Buchstaben repräsentiert und sind anhand eines Schlüsselverfahrens zugeordnet:

  • Erster Buchstabe: Hauptsysteme beziehungsweise Hauptgruppen
  • Nachfolgende Buchstaben: Untergliederung in Sub-Gruppen

Darauf folgen zwei Ziffern der System-Zählung.

Gliederungsstufe 2 im KKS: Aggregatkennzeichnung

Hier werden Aggregate innerhalb der Untergruppe gekennzeichnet. Dafür werden zwei  Buchstaben (die Aggregat-Klassifizierung) und drei Ziffern (die Aggregat-Zählung) verwendet.

Die Buchstaben repräsentieren hierbei die Aggregate in der Kraftwerksanlage und werden ebenfalls anhand eines Schlüsselverfahrens zugeordnet:

  • Erster Buchstabe: Aggregate-Gruppe
  • Zweiter Buchstabe: Untergliederung in eine Sub-Gruppe

Es folgen die drei Ziffern der Aggregat-Zählung, denen noch ein Buchstabe folgen kann. Hierbei handelt es sich um das Zusatzkennzeichen des Aggregat-Kennzeichens.

Gliederungsstufe 3 im KKS: Betriebsmittel/Signalkennzeichnung

Die letzte der vier Gliederungsstufen wird zur Kennzeichnung einer Komponente im Sinne eines Betriebsmittels verwendet. Alternativ bezeichnet sie ein Signalkennzeichen im Aggregat.

Mit zwei Buchstaben (der Betriebsmittel-Klassifizierung) und zwei Ziffern (der Betriebsmittel-Zählung) ist sie kürzer als die beiden vorangegangenen.

So ist sie aufgebaut:

  • Erster Buchstabe: Eine Geräte-Gruppe
  • Zweiter Buchstabe: Untergliederung in eine Sub-Gruppe

Die folgenden Ziffern dienen der Zählung.

Signalkennzeichen werden definiert zugewiesen.